13. Mai 2014

Run Forrest Run


via IMDb
„Run Forrest run“ sagt Jenny in einer Szene im Film Forrest Gump, damit dieser nicht von Rüpeln aus dem Ort belästigt wird. Und Forrest rennt und rennt und rennt.

Dieser Satz kommt mir beim Laufen immer wieder in den Sinn. Früher, weil ich mich so fühlte wie Forrest bei seinen ersten Laufversuchen und später weil es mich motivierte durchzuhalten. (Obwohl es eigentlich keine rationale Erklärung dafür gibt, warum mir dieser Satz immer wieder in den Sinn kommt. :-))

Ich mache regelmäßig Sport, aber Laufen war bis vor kurzen noch eine Seltenheit. Dabei habe ich es immer mal wieder versucht, aber die Begeisterung blieb aus. Während mir andere erzählten, dass sie gerne joggen, weil sie dabei gut abschalten können, war es bei mir eine Qual. Dennoch war der Gedanke „joggen zu gehen“ immer wieder verlockend. Denn es hat zum Vorteil, dass wir an der frischen Luft sind anstatt in einer Sporthalle oder im Fitnessstudio auf eine gute Klimatisierung zu hoffen, es kostet nichts und es lässt sich zu jeder Zeit und an jedem Ort umsetzen.

Als ich es irgendwann mal wieder alleine ausprobieren wollte, lief ich motiviert los (bemitleidenswerter Weise auch noch in einer hügeligen Landschaft). Doch nach einigen Metern kamen Seitenstiche, dann schweres Atmen und das Gefühl: „Ich bin am Ende“. Zu meiner Schande zeigte mir die Uhr auch noch eine Zeit an, die darauf hinwies, dass ich vor paar Minuten erst angefangen hatte.

Warum sah es bei anderen Läufern so leicht aus, während ich schon nach kurzer Zeit ohne Kraft war und das auch noch, obwohl ich doch regelmäßig anderen Ausdauersport mache? Und zudem machte es mir keinen Spaß! Nicht im Geringsten!

Nach mehreren Monaten Unterbrechung startete ich wieder einen Versuch. Diesmal mit einer Freundin. Diesmal fiel es mir viel leichter und – wundersamer Weise – es macht mir seitdem auch Spaß und ich fühle mich gut.

Deshalb möchte ich einige meiner Erkenntnisse und Tipps mit euch teilen, die mir geholfen haben Freude am Laufen zu finden.

1. Lauft nicht allein! Es gibt zwar Menschen, die gerne für sich laufen, aber ich gehöre zweifelsohne nicht dazu. Deshalb findet heraus, was auf euch zutrifft.

2. Immer mit der Ruhe! Damit man sich nach dem Laufen gut fühlt und mehr Energie hat, ist es wichtig, dass man im Rahmen seines Leistungsniveaus läuft. Also überfordert euch nicht! Ihr sollt euch nach dem Laufen nicht ausgelaugt fühlen. Außerdem solltet ihr erst kleinere Strecken laufen und die Dauer langsam steigern. Ich habe zum Beispiel mit einer halben Stunde angefangen und mittlerweile ist es ungefähr eine Stunde. Gerade für Einsteiger ist es am Anfang wichtig durchzuhalten und nicht den Gedanken zu hegen: „Niemals wieder“. Laufen soll nicht zu einem Stressfaktor werden.

3. Das ideale Tempo! Für mich ist die ideale Geschwindigkeit, wenn ich durchhalten kann ohne das jede Bewegung zur Qual wird und meinen Atemrhythmus (durch die Nase ein und durch den Mund aus) beibehalten kann.

4. Zwischendurch mal Gehen ist keine Schande! Wenn ihr starke Seitenstiche bekommt oder das Gefühl habt ihr könnt nicht mehr, gönnt es euch zu gehen. Es wird nach und nach leichter fallen.

5. Setzt euch Ziele!
Was ist euer Ziel?
Was wollt ihr durch das Laufen erreichen? Während sich der eine durch eine geplante Teilnahme an einem Halbmarathon oder Marathon motivieren kann, wirkt dies für andere abschreckend und resultiert in Stress. Legt also eure Ziele ganz individuell fest, sodass ihr euch mit diesen wohl fühlt. Zum Beispiel regelmäßig ein- oder zweimal die Woche laufen, die Kilometeranzahl allmählich  erhöhen oder erst Phasenweise gehen mit dem Ziel irgendwann durchzulaufen. Wer natürlich abnehmen möchte, kann sich auch als Ziel setzen, Laufen unterstützend einzusetzen. Denn ohne Bewegung kein gesundes abnehmen. Für mich ist es auch hilfreich, dass Ziel der jeweiligen Joggingrunde festzulegen und vorher zu überlegen, wo ich lang laufe anstatt einfach loszulegen.

6. Die richtige Gesellschaft!
Ich kann mich glücklich schätzen eine der besten Jogging-Buddies der Welt zu haben :-). Wir erzählen (solange unsere Kondition es zulässt), wir lachen, wir motivieren uns gegenseitig, zwischendurch gibt es mal eine Runde Jumping Jacks. Selbst wenn ich an einem Tag, mal wenig Energie habe, freue ich mich auf die Runde Laufen allein schon um meine Lauf-Kumpanin zu treffen!

7. Sucht eine schöne Strecke! Es macht einen Unterschied, ob ihr einen idyllische Weg an einem Fluss entlang lauft oder in einer Bahnhofsgegend bzw. im Industriegebiet. Also überlegt euch eine Route, die euch gefällt oder recherchiert vorab im Internet.

8. Abwechslung!
Sorgt dafür, dass eure Laufeinheiten nicht langweilig werden. Nehmt unterschiedliche Strecken (ihr werdet überrascht sein, wie viele schöne Routen sich unmittelbar in eurer Nähe befinden und nur darauf warten entdeckt zu werden), unterschiedliche Musik, variiert das Tempo, nehmt zwischendurch die Knie hoch oder führt Sprünge ein. Und wenn ihr nicht das Glück habt so eine unterhaltsame Begleiterin zu haben wie ich, müsst ihr vielleicht auch mal mit Hilfe eines neuen Laufpartners oder einer -gruppe für Abwechslung sorgen :).

9. Ein farbenfrohes Outfit!
Bei mir hebt es die Laune, wenn ich nicht von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet bin (ich persönlich trage beim Sport immer gerne ein kräftiges Pink und Shirts mit Comic-Prints, was in meiner Alltagskleidung eher selten bis gar nicht vorkommt).

10. Lauft nicht um jeden Preis!
Wenn ihr absolut keine Freude am Laufen entwickelt, hängt eure Laufschuhe an den Nagel. Die unendlichen Weiten der Sportarten sind unergründlich. Probiert etwas Anderes aus und ihr werdet die für euch beste Aktivität finden.

Falls ihr diese Ratschläge ausprobiert, teilt mir unbedingt mit, ob sie bei euch auch geholfen haben.Vielleicht habt ihr auch andere Erfahrungen gemacht oder neue Tipps, wie ihr Freude am Laufen gefunden habt?

Zum Schluss wünsche ich euch noch einen schönen Dienstagabend mit einer kleinen, zum Thema passenden Szene aus dem Film Forrest Gump ;-)

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